Übach 2010

Am 2.1.10 trafen wir uns wieder einmal am Bahnhof zur alljährlichen Folter. Leider empfing uns niemand freundlich und mit Neujahrswünschen, weil unser lieber Herr Trainer wie jedes Jahr als Letzter eintrudelte.
Nach einer langen Zugfahrt und dreißigminütigem Frieren in Wuppertal, erreichten wir erschöpft die Schwimmsportschule, obwohl wir noch nichts getan hatten. Dort begrüßte uns unser zweiter Trainer, Stefan, freundlich und fies grinsend mit den Worten: “Nun geht es los. Taschen auf die Zimmer. In 5 Minuten seid ihr im Wasser.“ Seufzend machten wir uns auf den Weg.
Nach gut eineinhalb Stunden hatten wir die erste Folter hinter uns und wir bekamen das großzügige und lang ersehnte Angebot zum Mittagessen.
Anschließend gestatteten uns die beiden Foltermeister ein wenig Pause, aber auch nur um unsere Taschen auszupacken. Danach ging es aber natürlich direkt in die Turnhalle zum Athletiktraining. Schließlich waren wir zum Trainieren da, wer braucht schon Pause?! Dort mussten wir Körperspannungsübungen über uns ergehen lassen.
Nach einer knapp bemessenden Kakaopause (aber auch nur zur Nahrungsaufnahme) ging es wieder ins Wasser.
Bis zum Abendbrot hatten wir die Gelegenheit, unsere Ausdauer zu verbessern und die 5 vorgesehenen Kilometer zu schwimmen. Nach dem Abendbrot bekamen wir eine Verdauungspause und um 20 Uhr ging es erneut ins kühle Nass. Jedoch war kein hartes Training mehr angesagt, sondern wir hatten die Zeit, unsere Technik mit verschiedenen Varianten zu verbessern.
Die kommenden Tag liefen relativ gleich ab. Zwar wurden einige Trainingseinheiten vertauscht und die Schwerpunkte verändert, aber sonst hieß es immer noch trainieren, trainieren, trainieren.
Am Sonntag hatten wir ein Geburtstagskind unter uns, dass uns leckeren Kuchen spendierte. Tut uns ja echt leid, aber auf deinen Mitternachtssnack musst du verzichten, Verena. Der Kuchen war nämlich ziemlich rasch verschlungen. Außerdem stand an diesem Trainingstag ein Trainerwechsel auf dem Programm. Wilfried ging, Peter kam. Trotzdem blieben die Umstände gleich.
Bis zum Montag!!!!
Vor dem Mittagessen versammelten wir uns im Seminarraum zu einer Ernährungsstunde. Yanniks Mutter ist extra für uns nach Übach gekommen, um uns in die Schranken zu weisen. Sie erklärte uns welche Nahrungsmittel in einer Wettkampfphase besonders wichtig sind und welche besser selten auf unserem Speiseplan stehen sollten. Sehr abschreckend war das Colabeispiel. Wusstet ihr, dass man 11.000 Liter Wasser trinken muss, um nur einen Liter Cola auszugleichen?! Heftig, nicht wahr?!
Am Montagabend entdeckten wir eine rettende Insel in der Nähe. Stefan und Peter erlaubten uns die letzte Trainingseinheit nach dem Abendbrot ausfallen zu lassen und schenkten uns, großzügig wie sie sind, einen freien Abend. Diesen konnte man nach Belieben verbringen. Ein Film wurde angeboten. Man konnte auch den Schlafmangel verkleinern oder einfach mal nichts machen. Aber auch die Zeit, um Unsinn zu machen war da. (Keine Sorge, dieses Jahr ist nichts kaputt gegangen, aus dem Fenster geflogen und fälschlicherweise ausgelöst worden;-)).
Am Dienstag gab es noch weitere Highlights. Die Boxhandschuhe waren endlich da und wir konnten unsere lang angestaute Wut loswerden (auch wenn diese Handschuhe ursprünglich für etwas anderes gedacht waren). Allen machte es großen Spaß und einige entdeckten versteckte Kräfte in sich. Auch heute gab es wieder Kuchen, weil am Mittwoch Franzi Geburtstag hatte und wir nicht wollten, dass sie den schweren Kuchen wieder mit nach Hause nehmen musste.
Vor dem letzten Techniktraining wurde ein Test angesetzt. Er sollte unsere Aufmerksamkeit während der Einheiten, aber auch das Verständnis der Technik kontrollieren. Während des Testes erheiterten uns die kreativen möglichen Antworten, wie z. B. „Dehnübungen sind wichtig, weil mein Trainer sie gut findet.“, „Wenn ich mit drei oder mehr Leuten auf einer Bahn schwimme, dann kann man nebeneinander schwimmen und sich unterhalten.“ oder „Auf einem Wettkampf muss ich immer gucken, dass meine Eltern am Beckenrand stehen und mich schwimmen sehen, da ich sonst
nicht schwimmen kann.“ Dank dieser schönen Auswahl an Antworten war es nicht sonderlich schwierig den Test zu bestehen.
Am letzten Tag stand Frühtraining auf dem Programm. Die Motiviertesten sprangen schon um 6.30 Uhr ins Wasser, aber auch mit dem Hintergedanken früher zum Frühstück zu können.
Nach dem Frühstück blieb ein wenig Zeit das Zimmer aufzuräumen und die Taschen zu packen. Einige nutzen auch noch die Zeit, um die aufgetragenden Hausaufgaben (ein eigenes Trainingsprogramm zu schreiben) zu erledigen. Dann ging es das letzte Mal in die Turnhalle. Unsere Trainer hatten ihren spendablen Tag, so dass wir eine Runde Völkerball spielen durften.
Anschließend traten wir unsere letzte Trainingseinheit in Übach an. Jeder sollte sein selbstgeschriebenes Programm schwimmen.Wir haben uns natürlich nicht die Chance entgehen lassen, unseren lieben Trainern auch ein schön fieses und anstrengendes Programm zu überreichen. Stefan ist brav seine 6 Kilometer geschwommen. Peter hat es jedoch geschafft sich zu drücken (Trau du dich nächstes Jahr noch mal her.).
Glücklich und geschafft schlichen wir zum Mittagstisch. Nachdem die Taschen in den Autos waren, traten wir den Weg zum Zug an. Die gesamte Zugreise war erstaunlich ruhig. Seltsam.
Wieder einmal haben wir die ersten Tage des neuen Jahres sportlich hinter uns gebracht.
An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die lieben Eltern, die unsere Taschen chauffiert haben, an Frau Meier, die uns viele wertvolle Tipps vermittelte, aber natürlich auch an unsere drei Trainer der Familie Tinnemann, die diesmal besonderes kreativ waren.
Dann kann das nächste Trainingslager ja kommen.

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